Lord Sebastian Ashworth
Serie Das Haus am Belgrave Square Epoche Edwardianisches England, 1901-1906 Typ Protagonist Alter 26 (zu Beginn) Herkunft Ashworth Park, Norfolk Stand Zweiter Sohn des 5th Earl of Ashworth Partner Daniel Hale Erstes Auftreten Heft 1: Der neue Mann
Lord Sebastian Ashworth ist einer der beiden Protagonisten der Serie Das Haus am Belgrave Square. Er ist der Mann, der alles hat — ausser der Erlaubnis, er selbst zu sein.
Hintergrund
Sebastian ist der zweite Sohn des 5th Earl of Ashworth. Ausbildung an Eton (ohne Begeisterung), dann Trinity College Cambridge (mit Begeisterung — Geschichte, Literatur, Freundschaften, die mehr als Freundschaften waren). Ein Jahr in Florenz und Rom (1898-99), offiziell als Grand Tour, tatsaechlich als Flucht.
Die Florenz-Episode: In der Villa eines befreundeten Kunsthaendlers hatte Sebastian eine dreimonatige Affaere mit Luca Veronesi, einem Maler, zehn Jahre aelter. Zum ersten Mal war er gluecklich — und zum ersten Mal verstand er, wie gefaehrlich dieses Glueck war. Die Affaere endete, als Lucas Ehefrau ankam. Sebastian kehrte nach England zurueck und beschloss, nie wieder so verwundbar zu sein.
Aeusseres
Mittelgross (1,78), schlanker als sein athletischer Bruder Edmund. Honigblondes Haar, das zu lang ist, weil er den Friseur vergisst. Blaue Augen mit einem Gruenstich. Lange Pianistenfinger, die Daniel jeden Morgen beim Ankleiden spuert. Bewegt sich mit einer nachlaessigen Eleganz, die Privileg verraet — er musste nie lernen, wenig Raum einzunehmen.
Persoenlichkeit
Intelligent, ironisch, zutiefst gelangweilt von der Welt, die sein Vater fuer ihn vorgesehen hat. Liebt Musik (Chopin, Debussy, Satie — moderne, “kontinentale” Komponisten, die seinem Vater suspekt sind), Kunst (sammelt heimlich Praeraffaeliten und Symbolisten) und gute Gespraeche.
Sebastian hat eine selbstzerstoererische Ader: Er provoziert seinen Vater, riskiert gesellschaftliche Aechtung und trinkt zu viel, wenn die Leere ueberhandnimmt. Er ist sich seiner Privilegien bewusst, aber nicht faehig, sie abzulegen.
Innerer Konflikt
Sebastian hat in Florenz verstanden, was er begehrt. Anders als Daniel hat er nicht akzeptiert, dass er es nie haben kann — er hat es nur aufgeschoben, in einen goldenen Kaefig aus Ironie und Distanz eingesperrt. Daniels Ankunft zerstoert diese Konstruktion, weil Daniel keine Abstraktion ist: Er ist real, nah, jeden Morgen und jeden Abend in Sebastians intimsten Raeumen, und seine Haende auf Sebastians Kragen sind eine Wahrheit, die sich nicht wegironisieren laesst.
Stimme
Elaborierter als Daniels, selbstironisch, literarisch. Sebastian denkt in Metaphern und Vergleichen — er sieht Daniel durch den Filter von Gemaelden und Musikstuecken. Laengere, verschachtelte Saetze, die bei emotionaler Intensitaet kuerzer und direkter werden — als wuerde die Naehe zu Daniel ihm die Worte nehmen.
Beziehungen
- Daniel Hale — Sein Kammerdiener und die Wahrheit, die er nicht wegironisieren kann.
- George Ashworth, 5th Earl — Sein Vater. Liebt Sebastian nur durch Erwartungen.
- Catherine Ashworth, Countess — Seine Mutter. Liebt ihn, aber ihre Liebe aeussert sich als Kontrolle.
- Lady Philippa Ashworth — Seine Cousine und engste Vertraute. Die Einzige, die ahnt.
- Charles Waverly — Engster Freund aus Cambridge. Verbuendeter, Versucher und Warnung.
- Luca Veronesi — Der Maler aus Florenz. Sebastians Vergangenheit.
- Reginald Blackwood — Der Antagonist, der Sebastians Geheimnis entdeckt.